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Klampfer: 27.000 A für Russland nach europäischem Standard

Geschäftsführer Dr. Günther Hinterberger ist stolz auf die umfangreichen Anlage.

Die Firma Klampfer, 1985 im Oberösterreichischen Leonding gegründet, hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich zu einem international agierenden Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 100 Mio. Euro entwickelt. Vor allem die Präsenz in Ost-Europa wurde in den letzten Jahren ausgebaut. Mit 450 Mitarbeitern in 8 Niederlassungen kann die Firma internationale Projekte in großem Umfang realisieren. Eine der größten von der Firma Klampfer umgesetzten Anlagen entsteht zur Zeit im russischen Bryansk, wo als Green-Field-Projekt eine 60.000 Quadratmeter große Produktionsanlage für die Fleischindustrie errichtet wird.

Die größte Herausforderung an diesem Auftrag ist nach Angaben von Geschäftsführer Dipl.Ing.(FH) Dr. Günther Hinterberger die Vorgabe, dass die gesamte Elektro- und Steuerungstechnik absolut nach europäischem Standard zu erstellen war. Projektiert und gebaut wurde die Anlage in Österreich. Der Auftraggeber jedoch ist die russische Firma Miratorg. Für die reibungslose Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber und der russischen Baufirma war daher nicht nur das Know-how der Ingenieure in Leonding gefragt, sondern auch die Kommunikation mit den Kollegen vor Ort.

Noch dazu ist diese Anlage in einem beeindruckenden Energieumfeld angesiedelt: 27.300 A werden über 6 Trafos in die Anlage eingespeist. Allein für die Stromverteilung bedeutet dies insgesamt 30 m Schrankreihe, bestehend aus 33 Feldern in drei Reihen. 12 Tonnen Kupfer wurden hier verbaut. Vom Hauptverteiler gehen 130 km Leitungen weg. Und sobald die Schränke vor Ort aufgestellt sind, müssen sie widrigen Verhältnissen standhalten: Täglich wird die Produktion 2 Stunden lang für die Gesamtreinigung mit aggressiven Chemikalien angehalten.

Um die Hallen permanent auf 4°C zu kühlen, sind enorme Kühlleistungen erforderlich: Die Maschinen brauchen 19 MVA, das erzeugt viel Wärme. Außerdem sind die angelieferten Produkte warm. In der Summe werden hier alleine ca. 50 MWatt Kühlleistung gebraucht.

Die Klampfer Gmbh zeichnet bei diesem Großprojekt für die gesamte Elektro- und Regelungstechnik verantwortlich. Dies umfasst neben der Elektroverkabelung auch die Zutrittsksontrolle, Brandmeldeanlage, Videoüberwachung und das EDV-IT-System.

Günther Hinterberger ist sehr stolz auf diesen Auftrag. „In Österreich gibt es keine Projekte in dieser Größenordnung. Und nicht viele Unternehmen können so etwas umsetzen. Wir von Klampfer sehen solche Projekte aber als positive Herausforderung.“ Noch dazu müssen auch solche Projekte schnell realisiert werden: Von den ersten Schritten der Kalkulation bis zur Anlieferung der fertig ausgebauten Schränke sind nur 5 Monate vergangen. Die Montage vor Ort wird weitere 5 Monate in Anspruch nehmen.

Damit Projekte in diesem Ausmaß verlässlich ausgeführt werden können, muss sich Klampfer auch auf seine Zulieferer verlassen können. Qualität und Lieferzeiten sind hier ausschlaggebend. Dies ist ein Grund dafür, dass in Leonding fast ausschließlich Rittal Schränke und Kupferschienen eingesetzt werden. „Rittal ist einfach der Systempartner. Hier passt alles zusammen“, versichert der Geschäftsführer.

Die gute Zusammenarbeit zwischen Klampfer und Rittal resultierte schließlich in der Ri4Power Systempartnerschaft. Ri4Power ist das Baukastensystem von Rittal für Niederspannungsschaltanlagen bis 5500 A und sorgt in allen Projektphasen für einen durchgängigen und vereinfachten Workflow. Beginnend bei der Projektierung, bei deren Startphase die Rittal Spezialisten tatkräftig zur Seite stehen, über die CAD-mäßige Erstellung mit Hilfe der Rittal 3D-Produktdaten bis hin zum vereinfachten und extrem zeitschonenden Aufbau der Felder in der Werkstatt mittels fertiger Bauteile ermöglicht Ri4Power eine enorme hohe Effizienz in der Projektumsetzung. Als zertifizierter Ri4Power Systemspezialist sieht Hinterberger außerdem folgenden Wettbewerbsvorteil: „Ein wesentlicher Aspekt dieser Partnerschaft ist für uns, dass wir mit Rittal ständig am Puls der Zeit sind und bis zu 1 Jahr früher als andere Firmen über Tendenzen und wichtige Änderungen z.B. im Normenbereich informiert werden.“ Und die Zertifizierung selbst ist gegenüber anderen Firmen ebenfalls nicht unwesentlich: „Der Schaltschrankbau nach der neuen Norm EN 61439 ist eine Kernkompetenz unserer Firma. Hier beweisen wir höchstes Know-How!“, ist Hinterberger überzeugt.

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Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spaß?
Mir sind die Innovationen wichtig: Kontinuierlich gibt es extrem schnelle Veränderungen des Marktes und der Produkte. Das reizt mich. Hier muss man herausfiltern, was Sinn macht. Und am Ende braucht man aber immer Mitarbeiter, die willig sind, Neues auch umzusetzen.„Alleine ist man nie innovativ!“

Wie sehen Sie die technologische Entwicklung in Ihrer Branche?
Hier sehe ich drei Tendenzen: Da ist zum einen die Green Energy, die in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird. Dann wächst die Geschwindigkeit, mit der Projekte realisiert werden müssen. Und schließlich glaube ich, dass international das „Full Package“-Service immer wichtiger werden wird: Die Entwicklung von der Projektierung bis zur schlüsselfertigen Anlage aus einer Hand, wobei der Planer umgangen wird. Hier liegt übrigens auch eine Stärke von Rittal.

Wie sehen Sie die wirtschaftliche Entwicklung Ihrer Branche?
Meiner Meinung nach ist die Krise noch nicht wirklich vorbei. Wir haben jetzt zwar wieder den Normalzustand, und das wird sich nicht groß verändern. Doch die Autoindustrie in Europa wird nach meiner Einschätzung stark zurückgehen, weshalb für uns die Nahrungsmittelindustrie, der Pharmabereich und der Bau von Einkaufszentren und Supermärkten zum neuen Schwerpunkt wird.

Was ist Ihrer Meinung nach für einen Projekterfolg entscheidend?

Bevor man sich auf ein Projekt einlässt, muss man wissen, ob man es sich leisten kann. Es geht unter dem Strich darum, Geld zu verdienen. Außerdem müssen die Lieferanten gut und verlässlich sein. Und nicht zuletzt spielt auch die Motivation der eigenen Mitarbeiter eine große Rolle.