Mühlböck Holztrocknungsanlagen GmbH

Anlagen-Elektrotechnik voll im Griff

Mit Automatisierung zu mehr Ergonomie und Schlagkraft im Schaltanlagenbau: Als ein weltweit führender Hersteller entwickelt und produziert Mühlböck Anlagen für die Holztrocknung. Deren Schaltanlagen fertigt der Sonderanlagenbauer im Haus. Dabei sorgen ergonomische Montagetische, ein automatisiertes Blechbearbeitungszentrum und ein Zuschnittcenter von Rittal Automation Systems für ergonomisches Arbeiten mit hoher Effizienz und Qualität. Das trägt zur Stärkung der globalen Wettbewerbsfähigkeit von Mühlböck bei.

Text: Ing. Peter Kemptner / x-Technik Automation

Holz ist ein reines Naturprodukt. Es erfreut sich einer starken Nachfrage als Tischlerei-Vormaterial sowie als nachwachsender Bau- und Brennstoff. Allerdings lässt sich das Material nicht sofort nach der Schlägerung verarbeiten, weil es wie jede Biomasse Wasser enthält. Um als Baumaterial die gewünschte Langzeitstabilität und als Brennstoff einen hohen Brennwert zu erlangen, muss es zuvor getrocknet werden. Dies geschah in der Vergangenheit durch oft jahrzehntelanges abgedecktes Lagern im Freien. Heute ist dies die Aufgabe von Holztrocknungsanlagen. 

Seinen besonders energieeffizienten Kammer-, Kanal- und Bandtrockneranlagen für die Holztrocknung verdankt die Mühlböck Holztrocknungsanlagen GmbH ihre weltweit führende Marktposition. Alle Bilder, wenn nicht anders angegeben: Mühlböck

Energieeffiziente Holztrocknung

Die Mühlböck Holztrocknungsanlagen GmbH mit Sitz in Eberschwang ist ein weltweit führender Hersteller von Anlagen für die Holztrocknung. Seit der Firmengründung vor 44 Jahren spezialisiert sich das Unternehmen konsequent und ausschließlich auf die Entwicklung und Fertigung von Trocknungsanlagen für das Material Holz.

Weltweit sind mehr als 13.200 Anlagen des oberösterreichischen Familienunternehmens in Betrieb. Etwa zwei Drittel dienen der Trocknung von Schnittholz. Neben klassischen Trockenkammern sind das Kanaltrockner, durch die die Bretterstapel auf Stapelwagen bewegt und dabei kontinuierlich getrocknet werden. Dazu kommen seit 2014 Bandtrockner für die kontinuierliche Trocknung des Vormaterials in Pellets-Fabriken. 

Diese zeichnen sich neben höchster Produktqualität durch eine hohe Energieeffizienz aus. „Über vielen Holztrocknungsanlagen sieht man Dampfschwaden aufsteigen“, sagt Richard Mühlböck, seit 2018 in zweiter Generation Geschäftsführer der Mühlböck Holztrocknungsanlagen GmbH. „Dabei verpuffen ungenutzt große Mengen wertvoller Energie.“ Durch eine ausgeklügelte Abwärme-Rückgewinnung konnte Mühlböck den thermischen Energieverbrauch der Anlagen bei der Trocknung auf etwa die Hälfte des sonst üblichen Wertes senken.

Martin Schrems, Teamleiter Elektroplanung bei der Mühlböck Holztrocknungsanlagen GmbH: "Durch das Insourcing des Schaltanlagenbaus mit hohem Automatisierungsgrad haben wir die volle Kontrolle über Verfügbarkeit und Qualität. Das trägt zu einer Stärkung unserer globalen Wettbewerbsfähigkeit bei."

Große Fertigungstiefe

Von der Forschung und Entwicklung über die Produktion sämtlicher Anlagenkomponenten bis zur Programmierung der Steuerungssoftware erfolgen alle Engineering- und Fertigungsschritte am Firmensitz in Eberschwang und im Werk Hartberg (Steiermark). Letzteres wird seit der Firmenübernahme von VT Trockentechnik 2002 betrieben und fungiert aktuell nur mehr als Büro.

Die Eröffnung des 2025 in unmittelbarer Nähe zum Stammwerk eröffneten rund 6.500 m² großen Werk II machte es möglich, den Schaltanlagenbau ebenfalls ins Haus zu holen. Zuvor waren aus Platzgründen etwa zwei Drittel der jährlich etwa 70 Anlagen von einem externen Dienstleister zugekauft worden. „Wir passen unsere Anlagen individuell an die spezifischen Kundenanforderungen an“, erklärt Martin Schrems, Teamleiter Elektroplanung bei der Mühlböck Holztrocknungsanlagen GmbH. „Dabei sind wir sehr viel schneller und flexibler, seit wir den Schaltschrankbau zu 90 Prozent im Haus erledigen.“

Bei den Schaltschränken, etwa für die Schaltwarten der Trocknungsanlagen, setzt Mühlböck ausschließlich auf Rittal.

Qualität und Langlebigkeit

Bei den Schaltschränken selbst setzt Mühlböck ausschließlich auf Rittal. „Unsere Anlagen gehen in alle Welt und sind dort jahrzehntelang im Einsatz, viele davon rund um die Uhr“, sagt Martin Schrems. „Deshalb sind für uns die Qualität und Langlebigkeit der Rittal-Produkte und die weltweite Ersatzteilverfügbarkeit aus lokalen Lagern unverzichtbar.“

In den Schaltwarten der Trocknungssysteme verbaut Mühlböck die bewährten Anreih-Schaltschränke des Systems VX25. Daneben kommen jedoch auch die Wandgehäuse der Serie AX zum Einsatz. Um den Betrieb in der Elektrowerkstätte möglichst effizient zu gestalten, nutzt der Anlagenbauer die breite Palette an modularem Schaltschrankzubehör von Rittal, das von Befestigungselementen und Kabelführung über Erdung und EMV-Schutz bis zur Innenbeleuchtung reicht.

Montagefreundlich und energieeffizient

Auch für die Stromverteilung nutzt Mühlböck die modularen, installationsfreundlichen Komponenten aus dem Rittal-Programm. In diesem Fall handelt es sich um das für den weltweiten Einsatz konzipierte und nach allen relevanten Standards zertifizierte Sammelschienensystem RiLine60 mit Rundum-Berührungsschutz. „Aktuell läuft bei Mühlböck eine Evaluierung der neuen Sammelschienenplattform RiLineX“, sagt Stefan Hell, Key Account Manager bei der Rittal GmbH. „Dank des „Click and Work“-Prinzips kann damit der Zeitaufwand bei der Montage um bis zu 75 Prozent reduziert werden.“

Für die Schaltschrankkühlung setzt Mühlböck – zum Nachhaltigkeitsanspruch der eigenen Anlagen passend – auf die Wandanbau-Kühlgeräte der Baureihe Blue e+. Diese sind durch den Einsatz drehzahlgeregelter Komponenten und der Heat Pipe-Technologie besonders energieeffizient. Sie erreichen im Vergleich zu konventionellen Geräten eine durchschnittliche Energieeinsparung von 75 Prozent und erfüllen bereits im Standard die Anforderungen der aktuellen, strengen Kältemittelverordnung.

Manuelle, aber digitalisierte Zuschnitte

Zu diesen gehören auch zahlreiche kleinteilige Vorarbeiten wie das maßgenaue Ablängen von Verdrahtungskanälen, Kabelkanaldeckeln und Tragschienen. Der manuelle Zuschnitt mit Handwerkzeugen oder einer Säge ist mühsam und zeitaufwändig und oft nicht sehr genau. Zudem müssen die Schnitte hinterher manuell entgratet werden.

Um auch diese Tätigkeiten zu beschleunigen, die Qualität und Maßhaltigkeit der erzeugten Stücke zu heben und die Mitarbeiter von eintöniger, anstrengender manueller Arbeit zu entlasten, beschaffte Mühlböck ein Zuschnittcenter Cutting Terminal CT M von Rittal Automation Systems.

Im Gegensatz zur etablierten Maschinenserie Secarex für das halb- und vollautomatische Ablängen von Kanälen, Deckeln und Tragschienen erfolgen bei diesem die Zuführung und das Abschneiden der Komponenten manuell. Der Längenanschlag für die Komponenten stellt sich andererseits auf Basis der Daten aus dem Engineering automatisch ein. Das sorgt für maschinelle Präzision und Maßhaltigkeit und vermeidet die Kosten teurer und bei geringeren Stückzahlen unrentable Automatisierungen zum Zu- und Abführen.

Stefan Hell, Key Account Manager bei der Rittal GmbH: "Wie die Perforex verfügt auch das Cutting Terminal CT M über die Möglichkeit der Jobverwaltung über das RiPanel Processing Center zur einfachen und schnellen Auftragsplanung. Daten werden ohne Medienbruch direkt am Arbeitsplatz bereitgestellt und Jobs automatisch aus den Daten des digitalen Zwillings erzeugt."

Schnell, präzise und gratfrei

Das Cutting Terminal CT M verfügt über getrennte Hebel für das Schneiden der aus Kunststoff bestehenden Kanäle und Deckel und der stählernen Tragschienen. „Die Schneidwerke sind so konstruiert, dass von vorn herein kein Grat entsteht“, betont Stefan Hell. „Damit lassen sich schnell und präzise Verdrahtungskanäle und deren Deckel, sowie Tragschienen ablängen und mit ausgestanzten Löchern versehen.“

Für deren Beschriftung verfügt das Cutting Terminals über einen integrierten Etikettendrucker. Der aufgebrachte QR-Code sorgt dafür, dass jeder Zuschnitt identifizierbar ist und an die richtige Stelle im Schaltschrank gelangt. Dieses Zuschnittcenter bietet eine projektübergreifende Verschnittoptimierung. Wie das Blechbearbeitungszentrum verfügt es zudem über die Möglichkeit der Jobverwaltung über die Rittal-Software RiPanel Processing Center zur Optimierung des Materialverbrauches und der Abläufe zwischen den Aufträgen.

Gestärkte Wettbewerbsfähigkeit

Durch die Anschaffung der Montagetische und Maschinen von Rittal Automation Systems gelang es Mühlböck, die Flexibilität und Reaktionsfähigkeit der Elektroabteilung erheblich zu verbessern. „Durch das Insourcing des Schaltanlagenbaus mit hohem Automatisierungsgrad haben wir die volle Kontrolle über Verfügbarkeit und Qualität“, zeigt sich Martin Schrems begeistert. „Das trägt zu einer Stärkung unserer globalen Wettbewerbsfähigkeit bei.“

www.rittal.at

www.muehlboeck.com

Die 1982 gegründete Mühlböck Holztrocknungsanlagen GmbH entwickelt und produziert besonders energieeffiziente, kundenspezifische Anlagen für die Holztrocknung. Das in 45 Ländern vertretene Unternehmen beschäftigt im Stammwerk in Eberschwang (Oberösterreich) sowie in Hartberg (Steiermark) 113 Mitarbeiter. Diese erwirtschaften eine Betriebsleistung von ca. EUR 33 Mio.

Kunden im Gespräch

Martin Schrems, Teamleiter Elektroplanung bei der Mühlböck Holztrocknungsanlagen GmbH, über die Zusammenarbeit mir Rittal.