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Heimat-Verbunden

Manuel Kofler, Abteilungsleiter IT Technik bei den Stadtwerken Hall in Tirol, investiert in den B2B-Bereich. Drei Datacenter in Innsbruck, Absam und Hall bieten moderne Serverlandschaften.

Die Stadtwerke Hall in Tirol GmbH, als Tochter der Hall AG, durchzieht seit 15 Jahren Tirol mit einem weitreichenden Glasfasernetz und bietet Privat- und Gewerbekunden Hosting, Housing und Virtualsierung. Für die reale IT-Infrastruktur sorgt Rittal mit Racks, Stromverteilung und Klimalösungen.

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Strom kommt aus der Steckdose und Wasser aus dem Wasserhahn. Diese simple Tatsache stimmt allerdings nur dann, wenn im Hintergrund kommunale Betriebe und Stadtwerke dafür sorgen, dass die rund 3,7 Mio. österreichischen Haushalte mit Strom, Wasser und Fernwärme versorgt werden. Zusätzlich haben die Dienstleister das Geschäft mit dem Internet für sich entdeckt und es längst in ihr Portfolio aufgenommen. So auch die Hall AG. Mit ihrer Marke Citynet versorgen sie seit 1999 Privat- und Businesskunden mit einer umfassenden Produktpalette von Internetdiensten. Diese reichen von Glasfaser-Technologie über Webhosting bis zu Serverhousing. Drei Datencenter in Innsbruck, Absam und Hall in Tirol stehen mit modernen Serverlandschaften dafür zur Verfügung.

Virtualisierung am Vormarsch
„In den letzten fünf Jahren haben wir sukzessive in den B2B-Bereich investiert“, erzählt Manuel Kofler, Abteilungsleiter IT Technik. Der Lohn dafür ist eine Vielzahl an Kunden aus allen Branchen, die Citynet vor allem als lokalen Tiroler Anbieter schätzen. „Wir sind in Tirol verwurzelt, sind im öffentlichen Eigentum, arbeiten persönlich und unkompliziert. Das schätzen unsere Kunden. Und obwohl wir keinen aktiven Vertrieb haben, wachsen wir dank der Mundpropaganda beständig“, freut sich Kofler.

Neben der Regionalität will das Unternehmen mit flexiblen Angeboten und Lösungen überzeugen „Unsere Kunden können klein starten, wenn sie z.B. ein Startup-Projekt haben oder auch wenn sie nur mal schnell etwas probieren wollen, ohne es in die eigene Infrastruktur einzubetten. Und für größere Unternehmen ist eine hybride Konstellation auf dem Vormarsch. Das bedeutet, man betreibt nicht mehr nur ein Backup-Zentrum, sondern versucht gewisse sensible Bereiche virtuell auszulagern“, erklärt der IT-Spezialist.

Citynet hat in den vergangenen fünf Jahren kräftig in die Virtualisierung investiert. Denn immer mehr Kunden wollen gar keine eigene Hardware mehr aufstellen, sondern gleich einen virtuellen Server benützen. „Es gibt eindeutig diesen Trend in Richtung Virtualisierung. Daher ist schon ein Teil in unserem Rechenzentrum virtuell“, erklärt Kofler und ergänzt „Das Problem bei einer physisch existierenden Hardware ist der LifeCycle. Sobald man zwei Systeme oder zwei Standorte betreibt, ist irgendetwas schnell nicht mehr aktuell. Wenn man virtuell betreibt, muss man sich um das Thema nicht mehr kümmern. Und das ist sicher auch im kaufmännischen Sinne interessant.“

Mit ihrem vServer scheinen die Stadtwerke dafür das passende Angebot gefunden zu haben. In einem Gespräch vor fünf Jahren hat Manuel Kofler den damals noch recht neuen vServer als die Zukunft bezeichnet. „Jetzt sind wir eindeutig in der Zukunft angekommen“, bestätigt er.

Gute Partnerschaft mit Rittal
Ganz ohne Hardware geht es natürlich auch bei der Hall AG nicht. Serverracks, Klimalösungen, Stromversorgung und Überwachungslösungen sind auch in Hall in Tirol, Innsbruck und Absam ganz real. „Hier brauchen wir technisch ausbaufähige Lösungen und Rittal unterstützt uns auf diesem Weg“, erklärt Manuel Kofler. Die Zusammenarbeit mit dem Spezialisten für IT-Infrastrukturen und Gehäuselösungen besteht schon seit vielen Jahren. Kofler schätzt neben dem technischen Angebot und der Standardisierung ganz besonders die wirtschaftliche Kalkulierbarkeit. „Wenn wir uns für einen kleineren Lieferanten entschieden hätten, hätten wir ev. Lösungen mitentwickeln müssen. Und wer weiß, ob die Lieferbarkeit dann über viele Jahre wirklich gewährleistet bliebe.“ Bei Rittal müssen sich die Stadtwerke sicher keine Sorgen machen. Das Unternehmen ist seit mehr als 40 Jahren in Österreich und seit mehr als 50 Jahren in Deutschland präsent.

Planung – eine Herausforderung?
Für dieses Jahr ist ein Zubau am Standort Innsbruck geplant. Denn hier sind gerade noch drei bis fünf Racks für Kunden frei. Angrenzend an das bestehende Rechenzentrum sind bereits weitere Räume in der gleichen Größe in Vorbereitung. „Das Dieselaggregat können wir mitbenützen, das haben wir schon geprüft. Die Klimaanlage müssen wir vollständig neu machen“, erzählt der IT-Leiter.

Allerdings sei das mit der Planung so eine Sache meint Kofler. Alles sei so schnelllebig geworden und das mache zum Teil auch die Planungen zunichte. „Es wäre toll, wenn wir die künftige Auslastung in Prozent planen und danach auch unsere Infrastruktur ausrichten könnten“, wünscht sich Kofler.

In die Zukunft können auch die Spezialisten von Rittal nicht schauen, aber sie können Betreiber von Rechenzentren bei der Planung und Auslegung der benötigten Infrastruktur helfen. Wer sich vorab informieren möchte, kann das mit einem webbasierten IT-Infrastruktur Selektor machen. Hier erhalten IT-Verantwortliche einen schnellen Überblick über die Komponenten eines Rechenzentrums sowie detaillierte Produktinformationen. Mit nur wenigen Klicks lassen sich dann alle IT-Infrastruktur-Elemente vom Rack bis zur Sicherheitslösung nach eigenen Anforderungen auswählen. Allein beim TS IT Rack, ein Schrank auf Basis des bewährten TS 8-Systems, umfasst die Auswahl 144 Varianten.

Kostenfaktor Klimatisierung
Betreiber von Rechenzentren sehen sich mittlerweile mit einer enormen Leistung und Dichte in den Servern konfrontiert. Und dabei ist es egal ob die Applikationen sensibel sind oder nicht. Die Anforderung an die Verfügbarkeit wächst weiter. „Man kann gar nicht mehr sagen: man schaltet dann mal ab oder nicht“, erzählt Manuel Kofler aus der Praxis „Das gibt es nicht mehr, weil alles 24 Stunden laufen muss. Früher konnte man auch mal einen Standort abschalten, das ist mittlerweile undenkbar.“

Ausreichend bekannt ist, dass die Klimatisierung zu einem richtigen Energiefresser und massiven Kostenfaktor werden kann. Daher sollte schon während der Planungsphase ein Kühlkonzept erarbeitet werden, das mit dem späteren Bedarf optimal übereinstimmt. Das spart nicht nur viel Geld, sondern senkt auch den PUE-Wert (Power Usage Effectiveness). So sollte man sich bereits im Vorfeld darüber klar sein, ob man eine Rack-, Reihen- oder Raumkühlung möchte oder wie viel kW Kühlleistung überhaupt erbracht werden sollen.

Bei Citynet setzt man auf eine hybride Lösung um Ausfallssicherheit zu garantieren. „Wir haben unsere Lösung gefunden, um hohe Leistungen auf engem Raum abzuführen: entweder mit Kaltwassersatz, Dichtverdampfer oder Kältemittel. Wir müssen aber in jedem Fall effizienter werden, weil wir merken, dass wir hohe Betriebskosten haben. Daher diskutieren wir, wie wir die Kälte noch effizienter zu den Maschinen bringen und die Wärme wieder abführen“, erklärt Manuel Kofler. Die könnte künftig einmal auch für die Klimatisierung des Verwaltungsgebäudes genützt werden. „Es ist naheliegend die Abwärme auch einmal zu verwenden. Natürlich ohne in Konkurrenz zu unserem eigenen Biomasseheizkraftwerk zu gehen“, schmunzelt Kofler. „Und Freecooling wäre auch ein interessantes Thema. Das wäre mit Sicherheit eine große Ersparnis“, zeigt sich Kofler sicher und ergänzt „Die Investition könnten wir sicher innerhalb von 1 bis 1 1/2 Jahren wieder hereinholen.“

In Innsbruck setzt man derzeit auf Kaltgänge von Rittal. Diese trennen die warme und kalte Luft zuverlässig voneinander. Statt der pauschalen Abgabe von gekühlter Luft in den Raum, wird die so erzeugte Kaltluft direkt über den Kaltgang zu den Verbrauchern geführt. Das bedeutet, dass den Servern über die gesamte Rackhöhe gleichmäßig kühle Luft zugeführt werden kann. Da sich die Luftströme nicht vermischen können, steigt die Effizienz des Kühlsystems bei gleichzeitiger Senkung des Energieverbrauchs.

Fazit
Die Themen Energieeffizienz und Kosteneinsparungen werden auch die Hall AG in den kommenden Jahren weiter beschäftigen. Auch im Bereich Zertifizierung und Standardisierung möchte sich das Unternehmen neu aufstellen. Dabei möchte Manuel Kofler aber immer flexibel und experimentierfreudig bleiben: „ Unser größtes Ziel wäre es natürlich ab einer gewissen Größe etwas ganz Neues zu machen. Auf der anderen Seiten können wir immer noch testen. Wenn wir neu bauen, dann müssen wir uns festlegen.“

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Word Rap – Manuel Kofler antwortet

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1. Wie sehen Sie die Entwicklung in den kommenden 6 bis 12 Monaten?
Wir werden weiter ausbauen, werden unsere Produkte besser ausrichten, eine Spur veredeln. Und dann werden wir uns anders im Bereich Zertifizierung aufstellen.

2. Was braucht es um in Ihrer Branche erfolgreich zu sein?
Man muss vor Ort sein, die Verfügbarkeit der Dienste und die Location sind wichtig. Wir haben auch die passende Manpower! Die Anbindungen sind wichtig, wir haben unser Glasfasernetz ausgebaut, haben auch überregionale Anbindungen nach Wien und Frankfurt. Denn ein Datencenter ohne Schnittstellen (LWL, Glasfaser, Strom und Wasser) ist mittlerweile ein No-Go.

3. Was macht Ihnen Spaß an Ihrer Arbeit?
Mir gefällt bei der IT das Menschliche. Lange war alles nur technologisch, jetzt wird die IT immer menschlicher. Man hat viel mit Menschen zu tun: vom Anwender zu Partner. Und ich mag das Breite, ich weiß nicht, was täglich auf mich zukommt.