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„Ist das Gehäuse im Freien einsetzbar?“

Bei dieser Frage bringen Anlagenbauer oft allein die Schutzart IP 55 oder höher ins Spiel. Doch dabei bleiben andere wichtige Aspekte leicht außer Acht.

Grundsätzlich gilt: IP-Schutzarten werden nach der internationalen Norm IEC 60529 mit zwei Kennziffern und gegebenenfalls weiteren ergänzenden Buchstaben für Gehäuse elektrischer Betriebsmittel angegeben. Doch die Norm beschreibt Laborprüfungen, die nicht alle denkbaren Anwendungsfälle von elektrischen Betriebsmitteln exakt abbilden können.

Insbesondere sind langzeitige Witterungseinflüsse wie Schlagregen oder Eisbildung nicht berücksichtigt. Neben dem Schutz gegen Eindringen von Staub und Feuchtigkeit ist auch der Korrosionsschutz zu beachten. D. h. besondere Beschichtungen oder der Einsatz von Edelstahl können angebracht sein. Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist die Auslegung der Klimatisierung, um einem erhöhten Kondensat-Risiko oder einer direkten Sonneneinstrahlung als zusätzlicher Wärmebelastung zu begegnen.

Fazit: Gehäuse, die nicht ausdrücklich für den Außeneinsatz beschrieben sind, sind für diesen Anwendungsfall nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Doch die Bedingungen, unter denen ein Einsatz im Freien möglich ist, sowie weitere sinnvolle „Ertüchtigungs“-Maßnahmen – wie beschrieben – müssen mit dem Hersteller geklärt werden.

Autor: Hartmut Lohrey, Leiter Marketing Training/Support