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Der Fingerzeig der IT

Alexander Holi / ekey biometric systems und Rittal haben in einem Pilotprojekt eine sichere Zutrittslösung für große und kleine Rechenzentren entwickelt.

Neue Möglichkeiten der Zutrittskontrolle ins Rechenzentrum bietet ein Pilotprojet von ekey biometric systems und Rittal. Dank biometrischer Lösungen kann der Zutritt ins Rechenzentrum personalisiert und damit absolut sicher gemacht werden.

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Das gibt es nur im Kino: abgeschnittene Finger oder heimlich gestohlene Fingerabdrücke, mit denen sich böse Buben verbotenerweise über einen Fingerscanner Zutritt in Tresore, Serverräume o.Ä. verschaffen. Diesen Missbrauch müssen sicherheitsbewusste Unternehmen nicht fürchten, versichert Alexander Holi, Account Manager von ekey biometric systems: „Das funktioniert nur in Hollywood.“

Die Idee, Türen mittels Fingerscan statt mit Schlüsseln, Karten oder Codes zu öffnen, entspringt allerdings keinem Hollywood-Drehbuch, sondern ist seit vielen Jahren Realität. Die in Linz ansässige Firma ekey arbeitet und forscht seit 2002 an biometrischen Zutrittslösungen sowohl für Privat- als auch für Firmenkunden. Das international tätige Unternehmen beschäftigt derzeit an fünf Standorten in Österreich, Deutschland, Liechtenstein/Schweiz, Italien und Slowenien 70 Mitarbeiter und exportiert seine Produkte in mehr als 70 Länder. Der Komfort für den Nutzer und die Sicherheit für die hinter den Türen befindlichen Räumen stehen im Mittelpunkt der Arbeit. Das macht sich künftig auch die Rittal GmbH für den sicheren Zutritt zu einzelnen Serverracks, aber auch in große Datacenter zunutze.

Investitionen nicht nur in die IT, sondern auch in die IT-Sicherheit
Mittelständische Unternehmen haben zwar in den letzten Jahren verstärkt in die Optimierung ihrer IT-gestützten Geschäftsprozesse investiert. Vergleichbare Investitionen in die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen sind in der Regel leider ausgeblieben. Denn Antiviren-Programme und Passwortschutz alleine reichen nicht aus, um die Verfügbarkeit und Funktionssicherheit auf Dauer sicherzustellen.

Gefahren von außen - auch durch den Menschen
„Und die Bandbreite an physikalischen Gefahren für ein Rechenzentrum ist groß: Sie reicht von Feuer über Wassereinbruch, über Stromausfälle, den Ausfall der Kühlung bis hin zu Beschädigungen durch Löschschäume, Staub und Rauch“, weiß auch Andreas Priglhuber, Produktmanager IT von Rittal Österreich und ergänzt „Ein wichtiger Aspekt ist in jedem Fall die Frage des Zutritts. Denn auch wenn die oben genannten Gefahren möglich sind, das Betreten eines Rechenzentrums bzw. das Öffnen eines Racks findet tatsächlich statt.“ Daher ist es wichtig, die Räume bzw. einzelnen Racks gerade vor unbefugtem Zugriff und -tritt zu schützen. „Das bedeutet, dass wirklich nur die Personen Zugang haben, die befugt sind und dort Arbeiten zu verrichten haben“, sagt Priglhuber. Allerdings haben gängige Zutrittslösungen den Nachteil, dass sie absichtlich oder unabsichtlich an Dritte übertragen werden können. Denn wer im Besitz von Schlüsseln, Karten oder Codes ist, kann jede Türe öffnen. Deshalb hat Rittal jetzt eine Zusammenarbeit mit ekey gestartet, um IT-Infrastrukturen besser zu schützen. „Sicherheitsvorschriften sind meistens unbequem und werden daher auch gerne umgangen“, weiß auch Alexander Holi. „Daher braucht es Lösungen, die einfach und immer zu Hand sind. Die Finger sind die bequemste Form der Zutrittsberechtigung.“

Minutien-basierter Algorithmus für mehr Sicherheit
Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz biometrischer Verfahren ist der Schutz der Referenzdaten. Bei ekey biometric systems wird darauf besonderes Augenmerk gelegt. So wird nicht ein Bild des Fingers gespeichert, sondern nur besondere Merkmale, die sog. Minutien (ein Finger hat durchschnittlich 30 davon.) Diese Merkmale werden dann in einen binären Code umgewandelt, aus dem es in Folge nicht mehr möglich ist, den ursprünglichen Fingerabdruck wieder herzustellen.

Und die Methoden von Hollywood funktionieren doch nur im Film ...
Um weiteren Hollywood-Phantasien entgegenzutreten, beschreibt Alexander Holi zusätzliche Schwierigkeiten bei der Reproduzierbarkeit: „Fingerabdrücke von irgendwelchen Gegenständen abzunehmen und daraus einen digitalen Abdruck zu machen, ist sehr schwierig. Erstens erhalten Sie meist nur einen Teilabdruck und zweitens möglicherweise vom falschen Finger.“ Der Kunde kann den Finger frei wählen, empfohlen wird in jedem Fall ein zweiter, und wenn möglich jeweils von einer Hand. Herr Holi erklärt auch warum: „Speziell im Privatbereich ist diese Flexibilität ein wirklicher Segen, speziell wenn man kleine Kinder am Arm hat. Da ist es gut, wenn man die andere freie Hand zum Türöffnen verwenden kann.“

Erfolgreiche Unterschiede - patentiert und ausgezeichnet
Der Unterschied zu anderen Anbietern biometrischer Lösungen liegt laut Alexander Holi in der Lernfähigkeit des Systems. „Der sogenannte Lernfinger ermöglicht es mitzulernen. Wir verändern uns durch Verletzungen, Kinder wachsen. Bei regelmäßiger Nutzung lernt das System mit, und das bedeutet, dass man nicht plötzlich vor verschlossenen Türen steht, weil die Veränderung zu massiv war.“ Überhaupt stören kleinere Verletzungen und Verschmutzungen die Funktion in Folge nicht. Das System kann auch mit gewissen Toleranzen umgehen. Denn nicht jeder Nutzer zieht seinen Finger immer gleich über den Scanner. Für seine Fingerscanner und die Software besitzt ekey mittlerweile vier Biometrie-Patente, drei Gebrauchsmuster sowie 15 verschiedene nationale und internationale Awards zum Thema Fingerscanner.

Schutz des persönlichen Benutzer-Bewegungsprofils
Als zusätzlicher Pluspunkt bei der Nutzung im Unternehmen ist eine zusätzliche Sicherheitsfunktion, die sogenannte „Betriebsratsfunktion“, implementiert. Das bedeutet, dass das Zutrittsprotokoll in einen passwortgeschützten Speicher geschrieben wird. Eine Hälfte des Passwortes kennt nur der Betriebsrat, die andere die IT-Abteilung bzw. Geschäftsführung. Bei Verdacht können Betriebsrat und IT gemeinsam das Zutrittsprotokoll überprüfen. Ansonsten ist kein Benutzer-Bewegungsprofil einsehbar.

Das Zusammenspiel von Rittal und ekey
Rittal beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema IT-Sicherheitslösungen. Angefangen bei den Monitoring-Systemen zur Überwachung der Betriebssicherheit der Server über IT-Sicherheitssafes bis hin zu Raum-in-Raum-Lösungen. Die Zusammenarbeit von Rittal und ekey ist ein Pilotprojekt und ein weiterer Schritt in Richtung Optimierung der IT-Infrastruktur.

Die technische Anbindung des Fingerscanners erfolgt über ein Wiegand-Protokoll, das mit dem Rittal Computer Multi Control kurz CMC kommunizieren kann. Das CMC ist schon seit vielen Jahren ein Garant für den sicheren Betrieb der IT-Infrastruktur. Die neue Generation CMC III besteht aus einer zentralen Steuerungseinheit, der Processing Unit, die mit den verschiedenen Sensoren, die beispielsweise Temperatur und Feuchte im Schrank erfassen, interagiert. Ab sofort steht neben den klassischen Zutrittsmöglichkeiten wie Zahlencode oder Chipkartenleser nun auch der ekey-Fingerscanner zur Verfügung.

Fazit
Sicherheit steht beim Betrieb von IT-Infrastrukturen neben Verfügbarkeit und Energieeffizienz auf den vordersten Plätzen des Anforderungskataloges. Beim Thema unbefugter Zutritt ist mit biometrischen Lösungen ein zukunftsträchtiges Kapitel aufgeschlagen. Im Unterschied zu Karten, Codes und Schlüsseln garantiert der Fingerscanner den personalisierten Zutritt und damit optimale Sicherheit für das Rechenzentrum.

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Word-Rap Alexander Holi antwortet

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Wie sehen Sie die Entwicklungen in den kommenden 6 - 12 Monaten?
Eigentlich unendlich. Es gibt ein riesiges Potential. Das intelligente Haus ist die Zukunft und die Biometrie ist sicher ein Teil davon.

Was macht den Erfolg Ihres Unternehmens aus?
Sicherlich unsere Flexibilität. Wir haben über 400 Kombinationen für unsere Geräte für den Heim-und Unternehmensbereich. Und natürlich unser Algorithmus, der es schafft auch bei Fingern mit wenigen Merkmalen einwandfrei zu arbeiten. Der Unterschied liegt sicher in der Produktqualität.

Was macht Ihnen Spaß an der Arbeit?
Das Produkt, die Chancen und Aussichten mit diesem Produkt, weil wir mit so vielen verschiedenen Partnern arbeiten können.