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Baumgartner Automation: Europäische Qualität für die Arabischen Emirate

Johann Waldenberger, Geschäftsführer von Baumgartner Automation: „Wir bieten unseren Kunden vom Engineering bis zum Verteilerbau ein Rundumpaket an.“

Um seine Vorreiterrolle im internationalen Steuerungsbau auszubauen, setzt Baumgartner Automation auf die Zusammenarbeit mit namhaften Lieferanten wie Rittal. Ein Großauftrag für einen Steinbruch in den Arabischen Emiraten ist der Beweis für diese Erfolgsstrategie – der Nachfolgeauftrag ist bereits in Aussicht.

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5.670 Kilometer trennen das oberösterreichische Gaspoltshofen von Dubai. Diese beachtliche Strecke ist deshalb relevant, weil Mitte Mai 2014 eine Steuerungs- und Schaltanlage der Firma Baumgartner Automation die Reise in den Wüstenstaat am Persischen Golf antrat. Ziel: der drittgrößte Steinbruch und gleichzeitig größte Kalksteinbruch der Welt. Künftig liefert er Kies für Eisenbahnschwellen.

Qualität aus Europa ist gefragt
In Richtung EXPO 2020 wird in dem Golfstaat wieder vermehrt investiert, und auch österreichische Unternehmen profitieren von diesem Aufschwung. „In Summe werden es 68 ausgebaute TS 8 Schränke von Rittal sein, die nach Dubai geliefert werden“, bestätigt Johann Waldenberger, einer der beiden Geschäftsführer von Baumgartner Automation den Auftrag. „Speziell im arabischen Raum kommen klingende Namen und Qualität aus Europa gut an“, bringt es Waldenberger auf den Punkt. Der Endkunde ist eines der führenden Unternehmen im Nahen und Mittleren Osten im Bereich der Brech- und Siebtechnik. Neben Lösungen für das Schüttgüterhandling bietet das deutsch-arabische Unternehmen auch Lösungen für die Gips- und Zementindustrie, Hafentechnik sowie Speziallösungen jeglicher Art. Der Endkunde entwickelt und produziert seine Produkte selber und baut diese schlüsselfertig auf.

Nische Bauindustrie - mit Zertifizierung
Die Bauindustrie ist für die 1963 gegründete Firma Baumgartner kein Neuland, zahlreiche Projekte im In- und Ausland belegen die Erfahrung des Unternehmens in dieser Branche. „Wir haben uns sehr erfolgreich diese Nische im Steuerungsbau gesucht. Neben Aufträgen aus der Bauindustrie kommen unsere Kunden aus den Bereichen Kunststoffindustrie, der Holzbranche und natürlich aus dem Maschinenbau. Wir sind ISO 9001 und UL/CSA zertifiziert. Und mit unseren 60 Mitarbeitern machen wir einen Umsatz von rund sieben Millionen Euro pro Jahr“, präsentiert Waldenberger sein Unternehmen.

Norm 61439 und Zusammenarbeit mit Rittal gaben den Ausschlag
60 Seiten stark war das Angebot, das Waldenberger und sein Team nach Dubai geschickt haben. „Wir haben sehr viel hinein verpackt, sehr umfassend und ausgeklügelt angeboten. Wir wussten, dass das enorm wichtig war“, sagt der Geschäftsführer. Neben dem Umfang waren aber zwei besondere Details für den Zuschlag ausschlaggebend: Die Zertifizierung nach ISO 9001 und die Zusammenarbeit mit Rittal unter Berücksichtigung der Norm EN 61439. Die ab November 2014 gültige Norm bringt neue Begriffsdefinitionen, Änderungen bei der Typprüfung und umfangreichere Anforderungen bezüglich der Dokumentation für Schaltanlagenbauer mit sich. „Der Kunde wurde erst durch uns auf diese Änderungen aufmerksam und wollte sofort darauf reagieren und den hohen Qualitätsstandard sicher stellen“, bestätigt Waldenberger. Da war es gerade recht, dass sich auch Rittal schon seit langem mit dieser Änderung auseinandergesetzt hat und in seine Planungs-Tools eingearbeitet hat.

Warum Rittal?
Die Zusammenarbeit von Baumgartner Automation und dem System-Spezialisten besteht bereits seit vielen Jahren. Johann Waldenberger weiß auch, warum: das Produktprogramm, die Dokumentation in allen Sprachen, die er bei anderen Firmen so intensiv nicht kennt, der Bekanntheitsgrad und „Rittal ist zu 98 % ausgeschrieben. Und das ist auch ein Beweggrund für die Zusammenarbeit.“

Rittal Spezialisten übernehmen Herausforderungen – das Auslagern rechnet sich
Für den Ausbau der Stromverteilung für das Dubai-Projekt hat sich der Steuerungsbauer ganz auf die Spezialisten von Rittal verlassen. „So haben wir uns sehr viel Zeit erspart. Die Besonderheit für uns waren aber sicher die Stromschienensysteme für ca. sieben Megawatt Leistungsverteilung, weil da solche Ströme fließen, dass wir lieber die Finger davon gelassen haben“, lacht Waldenberger. Daher wurde das Modification Center beauftragt, die Verteiler gleich fix fertig mechanisch aufzubauen. „Rittal weiß genau wo die Schrauben sitzen, und welches Drehmoment notwendig ist“. Die kennen das aus dem Effeff. Wir brauchen da wahrscheinlich zu viel Zeit, bis wir alles nachlesen und dann bauen. Das Auslagern rechnet sich für uns sicher“, erklärt Waldenberger seine Überlegungen. Der Termindruck bei diesem Projekt – die Anfrage kam erst im Dezember 2013 – war sicher die größte Herausforderung, aber auch mehrere Energierückspeiseeinheiten sind Teil dieses Projektes. Umso stolzer ist man bei Baumgartner, es geschafft zu haben.

Baumgartner auch bei der Schaltschrankbearbeitung in der Vorreiterrolle:
Kieslingmaschine übernimmt die Handarbeit
Der Erfolg von Baumgartner Automation kommt nicht von ungefähr. Das Unternehmen gehört gerne zu den Vorreitern in der Branche. „Ich suche immer nach etwas, das Baumgartner nach vorne stellt, etwas, womit wir alleine stehen können. Dann hat man auch gegenüber dem Mitbewerb wieder ein paar Schritte Vorsprung“, erklärt Johann Waldenberger seine Strategie und belegt diese Tatsache mit einem Beispiel: „Wir waren einer der ersten, die ein Bearbeitungszentrum angeschafft haben, mit dem wir die Schaltschränke intern bearbeiten können.“ Die Entscheidung für die Kiesling-Maschine fiel 2001 rein aus dem Bauch heraus und wurde bis heute nicht bereut. Denn keine Bearbeitung kommt bei Baumgartner ohne Einsatz des Bearbeitungszentrums aus. Handarbeit bei der Blechbearbeitung gibt es so gut wie keine mehr, denn die Qualität, die Wiederholgenauigkeit und die Serien der Maschine sind optimal. „Und sollte die Maschine einmal kaputt gehen, wird eine neue angeschafft“, das steht für Waldenberger fest.

Weitere Aufträge - gleicher Kunde
Kurz vor der Auslieferung an den Kunden läuft in der Montagehalle in Gaspoltshofen alles auf Hochtouren, letzte Einbauten und Verkabelungen werden noch gemacht, alles für den Transport geschützt und seemäßig verpackt. Rückblickend kann Waldenberger zufrieden sein - und sein Kunde ist es ebenfalls: Es gibt bereits Anfragen für weitere Anlagen.

Mehr Information: www.baum-autom.at

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WORD RAP - Johann Waldenberger antwortet
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Wie sieht Ihrer Meinung nach die Entwicklung der Branche in den nächsten sechs Monaten aus?
Verhalten, mit großen Zacken nach oben und unten ausgelegt. Und es wird alles kurzfristiger. Wir haben jetzt Anfragen, für die wir das Angebot innerhalb von vier Tagen abgeben und den Auftrag dann in kürzester Zeit abwickeln müssen. Das ist die größte Herausforderung, die uns bevorsteht. Ich kann nicht sagen, was im Herbst auf uns zukommt. Früher war alles planbar, das hat sich geändert.

Was sind die Schlüsselfaktoren um im Steuerungsbau erfolgreich zu sein?
Flexibilität ist wichtig. Man muss sich einen Namen erarbeiten und man braucht einen Mix an Leistungen. Wir können vom Engineering bis zum Verteilerbau ein Rundumpaket anbieten. Dadurch sind wir sehr flexibel. Und es ist wichtig eine Nische zu finden, das hat sicher einen gewissen Vorteil.

Was macht Ihnen Spaß an Ihrer Arbeit?
Wenn Aufträge hereinflattern, das ist der größte Spaß! Und wenn vom Kunden der Beweis kommt, das wir tolle Arbeit geleistet haben und wir ihm auch von unseren Know-how etwas mitgeben können, wir uns einbringen können. Das bringt für beide Seiten eine gewisse Zufriedenheit und macht das Leben ein bisschen leichter.