Warenkorb

Senvion S.A.: Stark und smart bei Wind und Wetter

Senvion und Rittal wollen Service und Wartung in zielgerichteter Zusammenarbeit ausbauen. Die innovativen Schaltschranklösungen mit modernster Kommunikationstechnik und der zuverlässige weltweite Service von Rittal tragen einen Teil dazu bei.

Ob in den Wäldern Kanadas, abgelegenen Dörfern in Australien oder auf der Nordsee: Die Windenergieanlagen von Senvion sollen weit über zwanzig Jahre lang verlässlich Strom liefern. Dafür muss die Elektronik im Inneren sicher vor Kälte, Überhitzung und Staub geschützt sein und zuverlässig funktionieren. Neue Möglichkeiten für Service und Betrieb ergeben sich jetzt durch Industrie 4.0-Lösungen sowie durch die enge Zusammenarbeit mit Rittal.

„Der Kontakt zu Rittal und der Support funktionieren sehr gut. Wenn es mal Fragen gibt, bekommen wir schnell hochwertige Antworten.“ Hauke Reimers, Head of Electrical Product Engineering, Senvion S.A.

Klima stellt individuelle Anforderungen an die Windturbinen

Mehr als 6.600 Windturbinen hat Senvion im Laufe seiner Geschichte produziert, viele davon noch unter dem früheren Namen REpower, den das Unternehmen bis 2013 trug. REpower gilt als ein Pionier der Windenergie, die Wurzeln des Unternehmens reichen bis in die 1990er Jahre zurück. Heute beschäftigt Senvion 3.700 Mitarbeiter in 16 Ländern auf vier Kontinenten.

Seit drei Jahren produzieren 150 Windturbinen klimaneutralen Strom für rund 70.000 kanadische Haushalte. Riesige Offshore-Windenergieanlagen, von denen jede einzelne auf dem Meer Strom für bis zu 6.500 Haushalte produzieren kann, gehören ebenso zu Senvions Portfolio wie verschiedene Turbinen für den Einsatz an Land. Selbst die kleinsten Windräder haben mittlerweile eine Nennleistung von zwei Megawatt.

Jede Anlage wird je nach Standort auf die Klimabedingungen angepasst. Im kanadischen Lac Alfred sinkt die Temperatur im Winter oft auf unter -30 °C. Heizsysteme verhindern, dass sich an den Rotorblättern Eis bildet und für Unwuchten sorgt. Auch die Elektronik muss vor der Kälte geschützt werden. Im Inneren der Schaltschränke hält deshalb eine Heizung die Temperatur bei etwa fünf Grad über Null. In Mount Mercer im australischen Bundesstaat Victoria dagegen ist eher Wärme die Herausforderung. Durch die Leistungselektronik in den Schaltschränken fließen zeitweise Ströme von mehreren tausend Ampere. Es entsteht dabei Abwärme, die auch bei sommerlichen Temperaturen mit Filterlüftern verlässlich und effizient aus den Schaltschränken transportiert werden muss. In Regionen, die stark von der Landwirtschaft geprägt sind, schützen die Schaltschränke die Elektronik besonders gut vor Staub.

Qualitätskontrolle ist essentiell

Jedes einzelne Bauteil in der Windturbine muss optimal funktionieren. Sämtliche Komponenten werden kontrolliert, wenn sie in der Senvion-Fertigung ankommen. Das gilt auch für die Schaltschränke von Rittal. Für einige Schaltschränke erstellt Senvion selbst einen genauen Schaltplan mit der Software Eplan Electric P8. Insgesamt gibt es zehn bis fünfzehn Schaltschränke pro Windkraftanlage. Einer der wichtigsten Schaltschränke in einem Windrad ist die sogenannte Top-Box oben in der Gondel, von der aus der Antriebsstrang überwacht und die Drehung der Gondel gesteuert wird. Umso wichtiger ist es, diese vor Erschütterungen zu schützen. Dafür hat Rittal eine Variante des Schaltschrankes TS 8 entwickelt, bei dem sowohl die Montageplatte als auch der Verschluss mechanisch verstärkt sind.

Die Bottom-Box, das Pendant zur Top-Box, übernimmt die Steuer- und Überwachungsfunktionen. Dort findet sich bei den meisten Anlagen auch der Umrichter, der in aneinander gereihten Schaltschränken eingebaut ist. Dieser bringt den Windstrom auf die passende Frequenz, um ihn ins Stromnetz einzuspeisen. Für diesen Einsatz ist es besonders praktisch, dass sich die TS 8-Schaltschränke von Rittal standardmäßig wie in einem Baukasten-System sehr flexibel ausbauen und in alle Richtungen anreihen lassen. Zudem sind sie extrem robust, etwa gegenüber Korrosion und Beschädigungen.

Entwicklung Richtung Industrie 4.0

Die Windräder senden regelmäßig ihre wichtigsten Betriebsdaten an die zentrale Datenbank von Senvion: Diese Informationen sind nicht nur wichtig, um zu wissen, wie gut die Anlagen im jeweiligen Moment arbeiten. Verschleißteile sollen genau dann ersetzt werden, wenn es nötig ist. Das gilt zum Beispiel auch für die Filterlüfter an den Schaltschränken. Je präziser der Zeitpunkt gewählt wird, desto effektiver lassen sich somit die Wartungskosten senken.

Eine Lösungsmöglichkeit bietet Rittal durch den Einsatz von Filterlüftern mit EC-Technologie. Neben einem geringeren Stromverbrauch bieten diese die Möglichkeit mittels der standardmäßig integrierten Steuerschnittstelle den Lüfter anzusteuern, sowie die Lüfterdrehzahl und -funktion zu überwachen. Darüber hinaus lassen sich die Rittal Filterlüfter obendrein in ihrer Drehzahl regeln. Das steigert sowohl die Energieeffizienz als auch die Lebensdauer der Lüfter.

Auch bei der Kühlung der Schaltschränke durch Kühlgeräte arbeiten Senvion und Rittal gemeinsam an neuen Ansätzen. Dafür will Senvion nun den Einsatz von aktiven Kühlgeräten aus der neuen Blue e+ Reihe von Rittal testen. Da sich die Blue e+ Geräte mit einer eigenen IP-Adresse versehen lassen, kann Senvion zukünftig jederzeit Messwerte sämtlicher Sensoren im Kühlgerät darstellen. Mit der Software RiDiag kann entweder über USB oder zukünftig über Netzwerk mit den Kühlgeräten kommuniziert werden. Kühlgeräte werden mit der Diagnose-Software ein fester Bestandteil von Industrie-4.0-Konzepten. Die Diagnose-Software optimiert den Betrieb, was zu weiteren erheblichen Einsparungen führen wird.

Senvion und Rittal wollen Service und Wartung in zielgerichteter Zusammenarbeit ausbauen. Die innovativen Schaltschranklösungen mit modernster Kommunikationstechnik und der zuverlässige weltweite Service von Rittal tragen einen Teil dazu bei.